Rüdiger Nehberg ist tot – Menschenrechtler und Abenteurer

Rüdiger Nehberg ist gestorben.

https://www.deutschlandfunk.de/menschenrechtler-und-abenteurer-ruediger-nehberg-ist-tot.1939.de.html

 

Rüdiger Nehberg (auch „Sir Vival“ genannt, von engl. survival

Rüdiger Nehberg

„Überleben“; * 4. Mai 1935 in Bielefeld; † 1. April 2020[1][2] in Rausdorf (Holstein)).

Rüdiger Nehberg war ein deutscher Survival-Experte und Aktivist für Menschenrechte. Seine anfänglich aus Abenteuerlust unternommenen entbehrungsreichen Expeditionen nutzte er später, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen. Zu seinem Lebenswerk zählt unter anderem sein Engagement für das südamerikanische Volk der Yanomami und sein Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung.

Das Leben von Rüdiger Nehberg:

Schon im Alter von drei Jahren startete Rüdiger Nehberg nach seinen Schilderungen seine erste „Expedition“. Er wollte zu seiner Oma, die am anderen Ende seiner Heimatstadt Bielefeld wohnte. Acht Stunden später wurde er allerdings von der Polizei aufgegriffen. Von 1951 bis 1960 unternahm Nehberg Radtouren um die halbe Welt. Ab 1965 arbeitete er als selbstständiger Konditor in Hamburg. Seine Konditorei mit bis zu 50 Mitarbeitern führte er 25 Jahre.

Inspiriert durch das Buch „Zu den Goldquellen der Pharaonen“: Allein auf dem reißenden Nil von Kuno S. Steuben, der 1959 den Fluss mit einem Floß befahren hatte,  befuhr er zusammen mit Hinrich Finck, den er über eine Zeitungsanzeige kennengelernt hatte, erstmals Anfang 1971 den Blauen Nil. Nach 12 Tagen auf dem Wasser und rund 200 km blieb das Boot in einem Affenbrotbaum hängen und konnte von ihnen nicht mehr befreit werden. 1972 starteten sie zusammen mit Kameramann Michael Teichmann den zweiten Versuch: In einem selbst konstruierten, stabileren Boot bezwangen sie nun den Fluss, wobei sie auch von feindseligen Einheimischen beschossen wurden. Der Versuch, einen dreieinhalb Meter langen Felsenpython, den er nach langem Kampf im Wasser überwältigen konnte, lebend mit nach Hause zu nehmen und in sein Schlangenterrarium im Keller einzugliedern, misslang. Der Python starb nach wenigen Tagen. Eine dritte Überfahrt unternahm Nehberg im Januar 1975 zusammen mit seinem Freund Andreas Scholtz, erneut begleitet von Michael Teichmann als Fotograf und Kameramann. Am 12. Januar wurde die Gruppe von einheimischen Räubern überfallen, wobei es zu einer Schießerei kam. Michael Teichmann wurde dabei von hinten tödlich in den Kopf getroffen. Die Einheimischen konnten ausfindig gemacht werden und wurden wegen Mordes angeklagt.

Seit 1980 setzte Nehberg sich für das Indianervolk der Yanomami in Südamerika ein. Als Test für künftige Aktionen im Urwald legte er 1981 auf einem „Deutschlandmarsch“ von Hamburg nach Oberstdorf rund 1000 Kilometer zurück und lebte nur von dem, was er abseits der Zivilisation in der Natur fand. Die 23-tägige Aktion wurde von einem Team des ZDF dokumentiert und im Fernsehen ausgestrahlt. Im Jahre 1983 unternahm Nehberg seine erste Reise nach Südafrika. Nur mit einem Tagebuch ausgestattet durchwanderte er eine Strecke von fast 400 Kilometern, von De Aar bis East London. Seinen Tagebucheinträgen – die später in Auszügen in einem seiner Bücher veröffentlicht wurden – ist zu entnehmen, dass Nehberg zwei Tage ohne Flüssigkeit lebte. 1987 überquerte Rüdiger Nehberg mit einem Tretboot den Atlantik. Dafür trainierte er bei den Kampfschwimmern in Eckernförde. 1989 trat Nehberg täglich als Studio-Experte in der vom Schweizer Fernsehen und 3sat ausgestrahlten Schweizer TV-Sendung Eins zu Eins – Steinzeit-Survival auf, bei der mehrere Personen während zwei Wochen ohne moderne Hilfsmittel in der Natur gefilmt wurden.

1992 überquerte Nehberg gemeinsam mit der Menschenrechtsaktivistin Christina Haverkamp auf einem Bambusfloß nochmals den Atlantischen Ozean. Damit trug er dazu bei, dass den YanomamiIndianern ein geschütztes Reservat zugestanden wurde. Bei seiner Aktion The Tree überquerte er im Jahre 2001 den Atlantik auf einem aus einer 350 Jahre alten Weiß-Tanne bestehenden Floß.

Am 31. Juli 2003 ließ er sich von einem Hubschrauber aus 50 Metern und nahezu ohne jegliche Ausrüstung (er führte lediglich ein Messer bei sich) in den brasilianischen Urwald abseilen, um den Regenwald mit all seinen Gefahren, wie z. B. den giftigen Pflanzen und Tieren, zu bezwingen. Zwischenzeitlich galt er als verschollen. In 25 Tagen durchquerte er jedoch den Urwald.

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Kategorien:
Extremsportler (Deutschland), Menschenrechtler, Autor, Literatur (Deutsch), Reiseliteratur, Autobiografie, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse

Quelle und Lizenz des obigen Beitrages in unserem Peru Reiseveranstalter Blog:

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_Nehberg
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lizenzbestimmungen_Creative_Commons_Attribution-ShareAlike_3.0_Unported

 

ara

Autor: Chirimoya Tours - Peru Reiseveranstalter

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2 Kommentare zu „Rüdiger Nehberg ist tot – Menschenrechtler und Abenteurer“

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